28 Oktober 2006

Ich geh zum Film

Wer einen Job sucht, der geht erstmal nicht zum Film, der sucht eben einen Job. Bei den Recherchen zu unserer neuen Rubrik Job & Arbeit haben wir aber herausgefunden, dass sich das eine mit dem anderen ganz wunderbar verbinden lässt. Wirklich wahr!


Oder andersrum: Über die grossen Jobportale, zum Beispiel Monster.de, lässt sich der ideale Job finden. Manchmal. Eigentlich fast immer, aber oftmals nicht sofort. Die Zeit bis dahin kann also genutzt werden. Indem man viele Feuer anzündet und alle Chancen ausschöpft.


Haben Sie gewusst, dass Sie auch Aufträge ersteigern können? Wenn Sie also zum Beispiel Maler sind oder Schlosser oder Texter oder Gestalterin oder ganz tolle Dekorationen anbieten, dann ersteigern Sie sich eben einfach die Aufräge zu Ihrer Dienstleistung. Das klappt, sofern Sie den Startpreis des Jobs unterbieten. Details finden Sie hier.


Aber ich wollte ja eigentlich zum Film. Also, da gibt's eine Casting-Agentur, die ganz normale Nasen wie mich an Film, Fernsehen oder Marketing-Agenturen vermittelt. Nein, keine Hauptrolle - Statist, Komparse oder Spielkandidat muss für den Anfang genügen. Aber immerhin, einmal den Schuh drin, werden die mich nicht mehr los!


Wie auch immer und was ich eigentlich sagen wollte: Wer einen Job sucht, dafür haben wir ja schliesslich extra eine neue Rubrik aufgemacht, der soll sich vor allem um seine Jobsuche kümmern. Bleibt Zeit, dann kann es sich aber lohnen, da und dort weitere Feuer anzuzünden, sprich: alle Chancen zu nutzen. Das macht nicht nur Spass, das öffnet Horizonte und bringt einen auf neue und gute Ideen, die zusätzliche Möglichkeiten schaffen.


Ausprobieren ist besser als lange nachdenken: Deshalb geh ich jetzt zum Film - wir sehen uns!

25 Oktober 2006

Zahltag

Nach meiner Ausbildung habe gejobbt. In den USA und in Europa. Selbstständig war ich ja nicht von Geburt an, also habe ich gemacht, was alle machten: Arbeiten und Geld verdienen. Und am 25. gab’s Geld. Check oder Überweisung. Das war schön, weil sicher und regelmässig. Das war auch nicht so schön – in gewisser Weise aus denselben Gründen.

Ohne mich nun im Nachhinein undankbar geben zu wollen, eines hat mich immer gestört: Ob ich viel oder wenig gearbeitet habe, Ende Monat floss immer dieselbe Menge Geld in meine Richtung. Dieser Automatismus hat natürlich etwas Beruhigendes – irgendwie muss man ja seine Rechnungen zahlen. Auf der anderen Seite kann dieser Deal auch etwas Lähmendes haben – wenig Anreize in Sicht. Gelähmt blieb ich trotzdem nicht, weil ich immer gerne und viel gearbeitet habe. Aber etwas mehr sichtbare und direkte Verbindung zwischen Einlage und Zinsen hätte ich mir schon gewünscht.

Nicht der einzige Grund, aber sicher mit eine der Triebfedern, weshalb ich mich irgendwann selbständig gemacht habe. Eigentlich nicht des Geldes wegen, mehr um die Wirkungen meines Tuns direkter zu erleben. Geld ist das eine, Freude, Befriedigung und Erfüllung sind andere Faktoren, die zählen. Risiken immer inklusive, schliesslich ist nicht jeder Anlauf gleich von Erfolg gekrönt. Immerhin, die positiven Aspekte überwiegen deutlich: Keiner drängt mich, keiner überwacht mich, ich kann morgens auch mal später, dafür abends dann so lange ich will arbeiten - ich bin eben einfach freier. Allerdings: Kein regelmässiges Geld Ende Monat!

Deshalb ist heute für mich nicht Zahltag. Keiner schickt mir einen Check, niemand eine Gehaltsabrechnung. Unter dem Strich bleibe ich aber auch am 25. fröhlich, weil für mich der 1., der 10. oder irgendein anderer Tag Zahltag sein kann. Und auch immer wieder mal ist, je nach laufenden Projekten.

Heute vor die Wahl gestellt, würde ich mich zwischen sicherem Check am Monatsende und „unsicherer“ Selbständigkeit den ganzen Monat lang, genau gleich entscheiden wie damals. Eines aber ist seltsamerweise geblieben: Immer am 25. habe ich ein „Zahltagsgefühl“, so wie früher. Völlig grundlos. Da stellt sich die Frage: Ist man wohl erst so richtig selbständig, wenn man sich am 25. genauso fühlt, wie an jedem anderen Tag?


Übrigens...
Zwei smarte Ideen für etwas mehr Selbständigkeit haben wir aktuell für Sie recherchiert und hier aufbereitet:

Geld verdienen mit eBooks

Versandhandel ohne Eigenkapital mit Drop-Shipping

23 Oktober 2006

Nullen haben keine Sprache

4,6 Billionen Schweizer Franken Kundenvermögen werden von Schweizer Banken derzeit verwaltet. 4610 Milliarden, um genau zu sein. Wissen Sie, wie viel das ist?

Ich weiss es nicht so genau, weil Zahlen mit vielen Nullen für mich zur abstrakten Grösse werden. Was ich in Einheiten umrechnen kann, bleibt für mich fassbar. Also 100 Croissants. Oder 1000 CDs. Oder auch noch 10 BMWs der 5er-Serie. Letzteres macht auch viele Nullen, aber immerhin, 10 BMWs bleiben vorstellbar. Bei 4610 Milliarden wird’s schwierig mit den Nullen und den BMWs – mein Tischrechner hat nur 10 Stellen und die Parkplätze sind zu klein, um Millionen von BMWs noch überblicken zu können.

Mit 13 habe ich meinen ersten Handel gemacht, den ich als wirklich gross betrachtet habe. Nach Abzug aller Spesen hatte ich damit rund 20 Franken verdient. Bloss eine Null, aber fassbar, und vor allem selbst eingefädelt, selbst durchgezogen und deshalb: Mein Profit! In gewisser Weise waren diese 20 Franken für mich viel mehr als 4,6 Billionen, die ich nicht wirklich einordnen kann.

Seither sind da und dort ein paar Nullen dazu gekommen und die Betrachtung von „wirklich gross“ hat sich etwas verändert. Geblieben ist aber mein etwas simpler Umgang mit Zahlen und deren Einordnung. Was ich in Croissants oder BMWs umrechnen kann, das bleibt fassbar. Erst mit dieser Betrachtung bekommen Zahlen und Nullen für mich Sprache, Bilder und Bedeutung. Schlecht ist das nicht, weil es mich nach wie vor beflügelt. Über einen Croissant-Deal kann ich mich heute noch freuen, als wäre ich 13. Ein BMW-Deal ist ein lange erarbeiteter Glücksfall, der sich nicht alle Tage ereignet, aber erreichbar bleibt. So oder so, meine eigene gedankliche „Währung“ gibt Nullen ein Gesicht!

Tipp des Tages: Wenn Sie schon in Ihrer eigenen Währung arbeiten, prima! Wenn nicht, geben Sie Nullen eine Sprache. Ihre Sprache. Sie werden sehen, wenn Sie in MP3-Playern, in Masskrügen oder in anderen für Sie fassbaren Symbolen arbeiten, haben Sie mehr Spass, Sie agieren erfolgreicher und Sie kommen schneller voran!

20 Oktober 2006

Die Crux mit PayPal und Co.

Die Idee ist prima: Online-Käufe mit einem Klick bezahlen und das gekaufte Objekt der Begierde findet ganz schnell den Weg zu mir!

Kreditkarten, PayPal, Moneybookers – seit Jahren schon Realität und als Zahlungswege akzeptiert. In den USA Standard, in Europa erstaunlicherweise immer noch auf der Kriechspur.

An Kreditkarten haben wir uns hierzulande gewöhnt, die werden genutzt. Online-Zahlungen über unser Bankkonto? Machen wir auch, weil schnell und praktisch. Bei PayPal allerdings sträuben sich vielen Zeitgenossen immer noch die Nackenhaare, als würden sie einen Pakt mit dem Teufel eingehen. Warum eigentlich?

PayPal ist so sicher wie Kreditkartenzahlungen oder Online-Banküberweisungen, in gewisser Weise sogar sicherer, weil praktisch keine Daten ausgetauscht werden. Die E-Mail-Adresse des Geschäftspartners genügt, um Rechnungen in Sekundenschnelle zu begleichen oder beglichen zu bekommen. PayPal kümmert sich um den Rest, weist die virtuelle Zahlung den richtigen Adressaten zu und informiert beide über die Transaktion. Fertig! Schnell, sicher, reibungslos und ohne Aufwand. Vor allem weltweit und in jeder gewünschten Währung, ohne mühsame Umrechnereien.

Und dennoch fällt mir auf, dass viele Internetuser alle elektronischen Zahlungsmöglichkeiten gerne nutzen, um PayPal aber immer noch einen vorsichtigen Bogen schlagen. Angst vor dem Neuen? Allzu neu ist PayPal nicht. Vor Jahren von eBay gegründet und längst schon internationales Zahlungsmittel über eBay hinaus. Zu kompliziert? Es gibt nichts Einfacheres als PayPal. Wer seinen PC bedienen kann, der kann auch PayPal.

Bloss so ein Gedanke, weil ich heute mit einer Kundin gesprochen habe, die lieber Bargeld im Briefumschlag verschickt, als PayPal für sich arbeiten zu lassen. Auf meine Frage meinte sie, sie kenne sich mit PayPal eben nicht aus, sie habe noch nie, wisse nicht so recht und der gute alte Brief wäre sicherer. Ist er natürlich nicht, nichts wird so oft abgeräumt wie Geldscheine in Briefumschlägen. Aber der Kunde ist König und jeder so, wie er möchte.

Auf meine selbst gestellte Frage finde ich jetzt trotzdem keine Antwort. Immerhin zeigt sich in vagen Ansätzen eine vorsichtige Annäherung. Nutzte vor einem Jahr erst einer von zehn Webshop-Käufern PayPal, sind’s heute schon zwei oder drei, die den schnellen Klick bevorzugen. Gut Ding’ will eben Weile haben. PayPal auch.

18 Oktober 2006

Den Durchschnitt vom Sockel gekippt

Die Wirtschaft boomt sagen alle. Wachstum, soweit das Auge reicht. Wirklich?

Wenn eine Wirtschaft um satte drei Prozent wächst, zum Beispiel, trifft dieser Schub nicht unbedingt jeden. Und selbst wenn, ist für ein KMU ein Drei-Prozent-Wachstum kaum spürbar. Das wäre eben durchschnittlich. Die Krux mit Durchschnittswerten: Irgendwie sitzen alle im gleichen Topf und keiner fühlt sich wirklich gespiegelt.

Ausreissserbranchen mit überdurchschnittlichen Ergebnissen liefern starke Zahlen, die dann auch Durchschnittswerte erfreulich aussehen lassen. Wenige boomende Branchen am einen Ende der Skala, haufenweise KMU mit Nullwachstum am anderen Ende. Der Durchschnitt liest sich gut, macht aber wenige wirklich froh.

Durchschnittswerte habe ich vor Jahren schon vom Sockel gekippt. Die taugen eingeschränkt gerade noch, um einer Volkswirtschaft den gemittelten Puls zu nehmen. Mein Puls geht anders. Vergleichendes Schielen auf das Durchschnittswachstum der Wirtschaft ist bereits eine Verbrüderung mit einer denkbaren Durchschnittlichkeit – und die bewegt gar nichts. Nicht mal den Durchschnitt!

Also anders: Alles was wir tun, sollte deutlich in eine Richtung ausschlagen. Schwarz oder Weiss. Durchschnittliche Leistungen sind weder gut noch schlecht, die finden einfach unbeachtet statt. Deshalb ist diese Kategorie im grauen Niemandsland angesiedelt und damit undiskutabel. Unterdurchschnittliche Leistungen sind schlecht, klar, aber immerhin, sie tragen das deutlich sichtbare Potenzial zur Optimierung in sich und liefern Diskussionsstoff. Und was wir anpacken, kann sich zur Überdurchschnittlichkeit entwickeln. Jene Kategorie also, die etwas bewirkt, bewegt und die sogar Durchschnittswerte in die Höhe treibt.

Ab heute also nur noch Schwarz oder Weiss. Grau bleibt verboten und ist ohnehin unsichtbar. Gerade noch geeignet, um das Wachstum einer gesamten Wirtschaft zu beziffern. Völlig untauglich aber, um die Leistungen von Einzelnen zu würdigen, die keine grauen Mäuse sind, sondern Unternehmer auf dem Wege zur Überdurchschnittlichkeit.

16 Oktober 2006

Millionen aus Nigeria

Wer sich aktiv nach neuen Verdienstmöglichkeiten umschaut, bleibt auch empfänglich für interessante Post.

Vorsicht, wenn verlockende Angebote von Morgan Williams, James Michael oder Christoper Kanu in Ihrer Mailbox landen. Die Namen sind austauschbar, die Geschichten lesen sich immer sehr ähnlich:

Sie kriegen eine haarsträubende Geschichte erzählt, die darin gipfelt, dass einige Millionen Dollar ausser Landes (oft Südafrika oder Ghana) geschafft werden müssten. Selbstverständlich immer im Dienste irgendeiner guten Sache. Und ausgerechnet Sie sind der Glückspilz, der den Geldtransfer möglich machen soll. Dafür will man Sie dann gleich mit ein paar Millionen an dem schrägen Handel beteiligen.

Die Kurzfassung: Hände weg, ein Schwindel von A bis Z und eine Betrugsmasche der berüchtigten Nigeria-Connection, die offensichtlich immer noch funktioniert.

Die ausführliche Fassung: Lesen Sie unsere Story zu den Tricks und Maschen der Nigeria-Connection, die's nur auf Ihre Brieftasche abgesehen hat.

So oder so und wenn Sie ein Unbekannter über Nacht zum mehrfachen Millionär machen will: Denken Sie keine Sekunde darüber nach, ob's nicht doch möglich sein könnte!? Nein, es ist nicht möglich! Die Nigeria-Connection versendet ihre wahnwitzigen E-Mails in diesen Tagen und Wochen wieder an Zehntausende. Sollten Sie dazu gehören: Klick und Löschen und der Müll ist vom Tisch!

14 Oktober 2006

Neu im Angebot: Arbeit nun auch mit Spassfaktor

Gestern hat mich eine Leserin aus Österreich angemailt, die sich nicht im Blog verewigen wollte (warum eigentlich nicht?), aber dennoch was zum Thema zu sagen hatte. In etwa das:

  • Zwei, drei eher lobende Bemerkungen zum Einstieg (Danke!).

  • Eine allgemeine Betrachtung zu den Hürden der Existenzgründung (ich stimme Ihnen teilweise zu, den Widerspruch finden Sie in Ihrer Mailbox!).

  • Und die freundliche Rüge zum Abschluss, das meine Betrachtung zum Freitag dem Dreizehnten wohl lustig wäre, aber gar nicht so recht zum seriösen Thema von MeinProfit und Arbeit und Existenzgründung passen würde (Aha!?).

Dem möchte ich ebenso freundlich das Folgende entgegenhalten:

Viele Projekte oder auch StartUps scheitern primär aus sachlichen Gründen. Keine tragende Idee, zu wenig Vorbereitung, kein Markt, schlechtes Marketing, was auch immer. Im Gegensatz zu erfolgreichen Projekten, deren Macher offensichtlich auf solidem Boden gestartet sind. Und eine Zutat ist immer mit dabei:

Die Macher haben Spass an ihrem Projekt! Deshalb investieren sie Kraft und Leidenschaft, lassen sich von ersten Rückschlägen nicht entmutigen, machen weiter, verlieren das Lachen nicht und ziehen ihr Ding durch, um es auf solide Beine zu stellen.

Ich habe schon viele Projekte gestartet und einige Firmen gegründet oder war als Mitgründer und Berater im Boot. Die meisten davon gibt’s heute noch. Und eines ist mir dabei immer aufgefallen: Seriöse Planung und gemachte Hausaufgaben vor dem Start gehören dazu, keine Frage. Eine gewisse „Leichtfüssigkeit“ aber auch. Mit anderen Worten: Der Spassfaktor bricht oftmals den Ernst der Lage und lässt einen Möglichkeiten und Auswege erkennen, die man in verkrampfter Haltung nicht sehen kann.

Erfolg hat viele Ursachen – Freude am Machen, originelle Denke und das gemeinsame Lachen gehören ganz sicher dazu.

Deshalb:

Arbeit und Erfolg gibt’s neu nun auch mit Spassfaktor!

Nicht bloss als Zugabe, möglicherweise sogar als Bedingung, um Erfolg zu haben.

13 Oktober 2006

Freitag der Dreizehnte

Die Vorsichtigen unter uns sind heute wieder vom nackten Grauen gepackt: Black Friday! Heute! Und noch nicht vorüber, es kann noch viel passieren.

Haben Sie gewusst, dass die krankhafte Angst vor dem Freitag dem 13. nicht etwa schlicht und trivial nur Aberglaube, sondern im Fachterminus Paraskavedekatriaphobie genannt wird? Jetzt sind Sie platt, stimmt's? Und es kommt noch besser. Immerhin ist Paraskavedekatriaphobie ein Buchstaben-Konstrukt, das man sich doch mal auf der Zunge zergehen lassen sollte:

Paraskavedekatriaphobie

Dieses unglaubliche Wort liefert die Medizin gegen sich selbst gleich mit. Versuchen Sie drei Mal hintereinander Paraskavedekatriaphobie zu sagen – ohne Zögern und Stolpern!

Hat’s geklappt? Eher nicht!

Und jetzt sagen Sie selbst: Möchten Sie tatsächlich weiterhin unter eine Phobie leiden, deren Namen Sie nicht mal vernünftig aussprechen können? Möchten Sie nicht?

Gut, Sie sind geheilt!

Wort weg, Phoebie weg, Erinnerung an alle Ängste weg. Heute ist ein Tag wie jeder andere. Nutzen Sie den Tag, erbauen Sie ein Königreich oder auch gleich zwei, und sollten Sie keine Lust auf Königreiche verspüren, dann fühlen Sie sich eben einfach ohne gut.

Keine Ursache, gern geschehen!

Wir sind ja schliesslich auch an ganz normalen Freitagen für Sie da.

12 Oktober 2006

Geht’s auch im Klartext?

Guter Gedanke, Ruedis Statement von soeben, aber so versteht den kein Mensch. Ich hab ihm gesagt, er soll doch ohne Umwege sagen, was Sache ist, zum Beispiel so:

Leute, das Leben findet genau jetzt statt, packt heute an, was zu tun ist!

Nö, hat er gemeint, das klingt so belehrend.

Solltest Du aber, hab ich ihn ermahnt, sonst ist der Gedanke für die Katz’.

Also gut, hat er eingelenkt, ich mach’ das morgen, ok!?

Heute ist ein Tag...

...wie gemacht, um eine Firma zu gründen. Oder ein Projekt zu starten. Oder zumindest, um eine gute Idee zu haben.

Oder doch lieber morgen?

Die meisten Menschen, die ich kenne, die gründen morgen eine Firma. Oder starten morgen ein Projekt. Oder haben morgen zumindest eine gute Idee.

Schade, in ein paar Stunden ist morgen. Also schon wieder heute. Eigentlich ist immer heute. Und die meisten Menschen, die ich kenne, die werden dann auch wieder sagen: Morgen ist ein guter Tag, um zu starten!

Diesen Gedanken wollte ich eigentlich morgen schreiben. Aber morgen ist immer in der Zukunft, lebenslänglich. Deshalb: Heute ist ein Tag, wie gemacht, um...

10 Oktober 2006

Fensterplatz im Kaffeehaus


Gerade noch rechtzeitig konnte eine Katastrophe nationalen Ausmasses abgewendet werden!





Die notleidenden Kaffeehausbetreiber in der Schweiz haben in den Medien laut nachgedacht. Darüber, wie sie ihre sinkenden Erträge verbessern könnten. In erster Lesung haben sie zwei konkrete Massnahmen ins Auge gefasst:

1. Jeder Gast muss für mindesten fünf Schweizer Franken konsumieren. Egal was, unter einem Fünfer kommt keiner raus.

2. Fensterplätze im Café gibt’s nur gegen Zuschlag. Wer rausgucken möchte, der soll blechen.

Nicht auszudenken, die etwas brachiale Notwehr-Strategie wäre konsequent weiter- und zu Ende gedacht worden. Mit neuen Tarifen für alle genutzten Services: Zum Beispiel 2 Franken fürs entspannte Zeitunglesen, 3 Franken für den Besuch der Toilette, vielleicht noch 4.50 für den kurzen Flirt mit der Bedienung, als Sparpaket ohne Flirt nur 1.50 für ein freundliches Lächeln...

Gegenoffensive: Die sonst eher uneinige Bevölkerung schreit im Chor auf und steht zusammen wie ein Mann! Mediale Berichterstattung auf breiter Ebene, unisono ins gleiche empörte Horn blasend, Arbeitstitel: Schuss in die Kaffeetasse!

Entwarnung: Der Verband der Kaffeehausbetreiber hat ein Einsehen, rückt ab vom preistreibenden Tun und begibt sich nun auf den Pfad des kreativen Marketings. Originelle Ideen sind gefragt. Die sind auch zu finden. Und ich werde zu den ersten Gästen gehören, die Service und gute Ideen mit freiwilligem Mehrkonsum honorieren. Bis bald also im Kaffeehaus!

09 Oktober 2006

Und noch ein Ideenkiller obendrauf

Schlicht der Faktor Zeit! Und das gleich in zweifacher Hinsicht.

Der Zeitpunkt
Ich hab schon erlebt, dass eine brillante Idee im Markt fast keine Chancen hatte. Projekt gestoppt, drei Jahre Pause und dann mit genau derselben Idee nochmals durchgestartet. Und siehe da, Erfolg ohne Widerstand. Das will uns sagen: Jede Idee oder jedes Projekt lebt auch vom richtigen Zeitpunkt. Man kann zu früh oder zu spät sein. Markt, Zeitgeist, Klima und damit die Zielgruppen sind offen - oder eben auch nicht. Eine zeitliche Punktlandung bringt Lorbeeren, ist aber nicht immer ganz einfach hinzukriegen.

Die Zeitachse
Auch wirklich starke Pflanzen brauchen manchmal viel Zeit, bis sie gedeihen. Schade, wenn der frustrierte Gärtner seine Giesskanne schon nach wenigen Wochen entnervt beiseite stellt. Starke Idee und richtiger Zeitpunkt vorausgesetzt, lohnt es sich, unverdrossen dranzubleiben. Geduld gehört auch nicht zu meinen Stärken, aber ich weiss aus Erfahrung: Die Zeit der Ernte kommt ganz sicher, wenn man mit Saatgut, Dünger und Pflege die richtige Wahl getroffen hat.

Nach so viel Gärtnerlatein aus grossen Märkten zurück in den kleinsten aller Märkte: Jetzt ist nämlich der ideale Zeitpunkt das Projekt Abendessen in Angriff zu nehmen. Der Markt ist aufnahmebereit (ich), die Zielgruppe hungrig (nochmals ich). Und die Zeitachse behalte ich natürlich auch im Auge und werde allen Leckereien viel Zeit widmen.

08 Oktober 2006

Ideenkiller und Marketing

Wann hatten Sie Ihre letzte wirklich grossartige Idee? Eine mit dem Potenzial, die Welt zu revolutionieren? Und was ist daraus geworden?

Soll ich raten? Zwei Möglichkeiten fallen mir spontan ein:

Ideenkiller 1
Sie haben Ihre Idee nicht weiter verfolgt, weil Sie grad keine Zeit für die Umsetzung wirklich grossartiger Ideen hatten. - Schade, hätte was werden können!

Ideenkiller 2
Sie haben die Idee umgesetzt und ich habe nichts davon erfahren. Ziemlich sicher deshalb, weil Sie auch den Rest der Welt in Unkenntnis gelassen haben.

Die Welt ist voll von grossartigen Ideen und die meisten versauern in den Startpflöcken. Oftmals gekillt durch Argument 1 oder 2. Die Ausführung wirklich guter Ideen zu verschieben ist gefährlich, weil irgendwann von anderen umgesetzt wird, was in der Luft liegt. Noch betrüblicher ist, wenn eine realisierte Idee niemals den Weg in den Markt findet. Letzteres hängt meistens damit zusammen, dass 90 Prozent der Kraft in die Idee gesteckt, nur noch 10 Prozent für das Marketing übrig lässt.

90 Prozent ist Marketing
Eine Idee muss gut gedacht und marktreif umgesetzt sein, um Chancen zu haben, keine Frage. Die Haupthürde liegt aber im Marketing und in der Kommunikation. Erfährt die Welt nichts vom neuen Segen, wird sich die geniale Idee niemals verkaufen.

Millionen von gut gemachten Websites im Netz zeugen davon, die niemals den Sprung über den eigenen Bekanntenkreis hinaus schaffen. Tausende von Existenzgründern mit guten Angeboten verschwinden sang- und klanglos wieder vom Markt, weil sie's nicht hingekriegt haben, sich dem Markt mitzuteilen. Sichtbar und hörbar. Hunderte von Erfindern und Tüftlern bringen ihre Innovationen niemals über ihre Labortüre hinaus, weil sie eben nur tüfteln und nicht mit dem Markt kommunizieren.

Schade um all die Kraft und all die Angebote, die tatsächlich Chancen hätten. Dann, wenn genug Kraft fürs Marketing übrig bleibt. 10% für die Idee, 90% fürs Marketing, sonst wird's eng.

Kraft heisst nicht Geld
Werbung mit der grossen Kelle anzurichten, ist nicht so schwierig. Gute Kommunikation ist aber auch mit kleinem Geld machbar. Kreativität, ungewöhnliche Ideen, Zusammenarbeit mit Medien und cleveres Guerilla Marketing sind nur einige Stichworte, die im Ergebnis guten Ideen im Markt Flügel verleihen. Wer daran denkt und seine Mittel und Kräfte von Anfang an richtig einplant, der gibt seiner Idee alle Chancen, im Markt anzukommen und sich durchzusetzen.

07 Oktober 2006

Wann wird die Wirtschaft kreativ?

Seit Jahren grassiert in der Wirtschaft das Gerücht, dass die Erfahrung und das Know-how von Arbeitnehmern über 50 wieder verstärkt geschätzt würden. Schön! Aber bisher ohne sichtbare Auswirkungen.

Gerade mal ein Drittel der über 50-jährigen Ausgesteuerten findet in den Arbeitsmarkt zurück, für alle anderen bleiben die Türen geschlossen. Die versuchen dann, eine eigene Existenz zu gründen, leben von ihren Lebenspartnern oder landen in der Fürsorge. Es geht mir jetzt noch weniger um persönliche Tragödien, als vielmehr um einen Bumerang, der uns irgendwann unsanft ins Genick knallen wird.

Schulabgänger haben Mühe, Ausbildungsplätze zu bekommen und ältere Menschen finden keinen Job. Die Musik spielt also vor allem für Beschäftigte mittleren Alters in der Gegenwart, Investitionen in die Zukunft und in die noch frische Vergangenheit gibt's keine. Das ist kurzsichtig. Im Moment besetzen noch die geburtenstarken Jahrgänge die Sessel. Nur, deren Pensionierung rückt langsam auch in greifbare Nähe und ein Vacuum zeichnet sich heute schon ab. In wenigen Jahren werden uns gut ausgebildete und erfahrene Profis fehlen.

Etwas vorausschauende Kreativität im eigenen Interesse würde uns allen gut bekommen. Die Wirtschaft braucht neue Denkmodelle, um langfristig und auf Dauer mit ihrer wichtigsten Ressource versorgt zu bleiben: Menschen mit Hintergrund und Potenzial. Ein schöner Nebeneffekt dieser neuen Modelle - sie schliessen zwangsläufig und der Not gehorchend alle Teilnehmer mit ein: Junge und Alte, Frauen und Männer, Paare und Alleinerziehende.

Klug wäre, diese kreativen Gedanken heute schon zu denken. Und erste Lösungsansätze morgen schon zu initialisieren. Damit wäre allen geholfen: Arbeitnehmern von heute und einer kreativen Wirtschaft von morgen, die ihre Hausaufgaben rechtzeitig gemacht hat.

Spass- oder Hassarbeiter?

Rund 80 Prozent aller irgendwie Arbeitenden mögen ihren Job nicht, sagen aktuelle Umfragen. Das ist übel, weil wir immerhin so um die vierzig Jahre lang arbeitenderweise am Ball bleiben. Viel zu lange, um all die Zeit mit Dingen zu verbringen, die wir nicht mögen!

Viel übler aber noch ist die etwas leidenschaftslose Haltung dem Job gegenüber: Von Liebe nicht zu reden, von Hass auch nicht. Keine Leidenschaft in Sicht, die Befragten beschränken sich darauf, ihren Job einfach nicht zu mögen. Das ist zuwenig! Oder auch zuviel, je nach Betrachtung.

Wer seinen Job wirklich hasst, der wird aktiv und versucht, einen unerträglichen Zustand positiv zu verändern. Wer seinen Job liebt, der ist fast zwangsläufig erfolgreich, weil er etwas tut, was ihm Spass macht. Beides ist gut - das eine, weil's neue Bewegung bringt, das andere, weil da ein Spassarbeiter am Werk ist. Einzig die etwas flügellahme Regung des passiven Nichtmögens gehört abgeschafft. Die blockiert jede Bewegung. Zu schwach, um aktiv zu werden und zu stark, um glücklich zu sein. So was wie ein Schwebezustand im Nirgendwo.

Sollten Sie also Teil der unzufriedenen Mehrheit sein: Werden Sie Hassarbeiter oder Spassarbeiter! Das eine für kurz, das andere für lange. Und beides mit Leidenschaft. Morgen ist ein prima Tag, um gleich damit zu beginnen. Das Leben ist einfach zu kurz für halbe Sachen und viel zu lange, um nicht gelebt zu werden.


Die kleine Ode an die Leidenschaft