20 Oktober 2006

Die Crux mit PayPal und Co.

Die Idee ist prima: Online-Käufe mit einem Klick bezahlen und das gekaufte Objekt der Begierde findet ganz schnell den Weg zu mir!

Kreditkarten, PayPal, Moneybookers – seit Jahren schon Realität und als Zahlungswege akzeptiert. In den USA Standard, in Europa erstaunlicherweise immer noch auf der Kriechspur.

An Kreditkarten haben wir uns hierzulande gewöhnt, die werden genutzt. Online-Zahlungen über unser Bankkonto? Machen wir auch, weil schnell und praktisch. Bei PayPal allerdings sträuben sich vielen Zeitgenossen immer noch die Nackenhaare, als würden sie einen Pakt mit dem Teufel eingehen. Warum eigentlich?

PayPal ist so sicher wie Kreditkartenzahlungen oder Online-Banküberweisungen, in gewisser Weise sogar sicherer, weil praktisch keine Daten ausgetauscht werden. Die E-Mail-Adresse des Geschäftspartners genügt, um Rechnungen in Sekundenschnelle zu begleichen oder beglichen zu bekommen. PayPal kümmert sich um den Rest, weist die virtuelle Zahlung den richtigen Adressaten zu und informiert beide über die Transaktion. Fertig! Schnell, sicher, reibungslos und ohne Aufwand. Vor allem weltweit und in jeder gewünschten Währung, ohne mühsame Umrechnereien.

Und dennoch fällt mir auf, dass viele Internetuser alle elektronischen Zahlungsmöglichkeiten gerne nutzen, um PayPal aber immer noch einen vorsichtigen Bogen schlagen. Angst vor dem Neuen? Allzu neu ist PayPal nicht. Vor Jahren von eBay gegründet und längst schon internationales Zahlungsmittel über eBay hinaus. Zu kompliziert? Es gibt nichts Einfacheres als PayPal. Wer seinen PC bedienen kann, der kann auch PayPal.

Bloss so ein Gedanke, weil ich heute mit einer Kundin gesprochen habe, die lieber Bargeld im Briefumschlag verschickt, als PayPal für sich arbeiten zu lassen. Auf meine Frage meinte sie, sie kenne sich mit PayPal eben nicht aus, sie habe noch nie, wisse nicht so recht und der gute alte Brief wäre sicherer. Ist er natürlich nicht, nichts wird so oft abgeräumt wie Geldscheine in Briefumschlägen. Aber der Kunde ist König und jeder so, wie er möchte.

Auf meine selbst gestellte Frage finde ich jetzt trotzdem keine Antwort. Immerhin zeigt sich in vagen Ansätzen eine vorsichtige Annäherung. Nutzte vor einem Jahr erst einer von zehn Webshop-Käufern PayPal, sind’s heute schon zwei oder drei, die den schnellen Klick bevorzugen. Gut Ding’ will eben Weile haben. PayPal auch.