Den Durchschnitt vom Sockel gekippt
Die Wirtschaft boomt sagen alle. Wachstum, soweit das Auge reicht. Wirklich?
Wenn eine Wirtschaft um satte drei Prozent wächst, zum Beispiel, trifft dieser Schub nicht unbedingt jeden. Und selbst wenn, ist für ein KMU ein Drei-Prozent-Wachstum kaum spürbar. Das wäre eben durchschnittlich. Die Krux mit Durchschnittswerten: Irgendwie sitzen alle im gleichen Topf und keiner fühlt sich wirklich gespiegelt.
Ausreissserbranchen mit überdurchschnittlichen Ergebnissen liefern starke Zahlen, die dann auch Durchschnittswerte erfreulich aussehen lassen. Wenige boomende Branchen am einen Ende der Skala, haufenweise KMU mit Nullwachstum am anderen Ende. Der Durchschnitt liest sich gut, macht aber wenige wirklich froh.
Durchschnittswerte habe ich vor Jahren schon vom Sockel gekippt. Die taugen eingeschränkt gerade noch, um einer Volkswirtschaft den gemittelten Puls zu nehmen. Mein Puls geht anders. Vergleichendes Schielen auf das Durchschnittswachstum der Wirtschaft ist bereits eine Verbrüderung mit einer denkbaren Durchschnittlichkeit – und die bewegt gar nichts. Nicht mal den Durchschnitt!
Also anders: Alles was wir tun, sollte deutlich in eine Richtung ausschlagen. Schwarz oder Weiss. Durchschnittliche Leistungen sind weder gut noch schlecht, die finden einfach unbeachtet statt. Deshalb ist diese Kategorie im grauen Niemandsland angesiedelt und damit undiskutabel. Unterdurchschnittliche Leistungen sind schlecht, klar, aber immerhin, sie tragen das deutlich sichtbare Potenzial zur Optimierung in sich und liefern Diskussionsstoff. Und was wir anpacken, kann sich zur Überdurchschnittlichkeit entwickeln. Jene Kategorie also, die etwas bewirkt, bewegt und die sogar Durchschnittswerte in die Höhe treibt.
Ab heute also nur noch Schwarz oder Weiss. Grau bleibt verboten und ist ohnehin unsichtbar. Gerade noch geeignet, um das Wachstum einer gesamten Wirtschaft zu beziffern. Völlig untauglich aber, um die Leistungen von Einzelnen zu würdigen, die keine grauen Mäuse sind, sondern Unternehmer auf dem Wege zur Überdurchschnittlichkeit.

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