"Rauchverbot" ist das Schweizer Wort des Jahres 2006
Und etwas Hintergrund gleich dazu: Eine siebenköpfige Journalisten-Jury kürt alle Jahre das Wort, das den Alltag von Herrn und Frau Schweizer nicht nur begleitet, sondern akut dominiert hat.
Und nun haben wir den Salat:
RAUCHVERBOT
Ausgewählt aus 2500 Vorschlägen. Die wortgewordene Domina „Rauchverbot“ wirft ein beunruhigendes Licht auf eine gesellschaftliche Entwicklung, die von Verboten offensichtlich dermassen geprägt wird, dass ein vermeintlicher Aussenseiter locker den Sprung aufs Siegerpodest schafft.
RAUCHVERBOT
Dabei geht’s nicht mal so sehr ums Rauchen, mehr um ein Symptom. Die Jury begründet Ihre Wahl damit, dass „Rauchverbot“ auch symbolisch für eine inflationäre Flut von neuen Verboten stehe, die 2006 die öffentliche Diskussion und damit die medialen Schlagzeilen dominiert hätten. Wie zum Beispiel: Minarettverbot, Kampfhundeverbot, Handyverbot, Weihnachtsverbot oder Waffenverbot. Jedenfalls: Verbote, soweit das Auge reicht und damit offene Türen für unkreative Geister auf der Suche nach noch Erlaubtem, das auch gleich verboten werden könnte. Nächstes Jahr verbieten wir vielleicht die Freiheit!? Es sei denn, jemand käme auf die Idee, rechtzeitig ein Verbot zu erfinden, dass genau das verbietet.
Deutschland hat das Wort des Jahres ein bisschen klüger gewählt:
FANMEILE
Das klingt erfreulich. Und farbig. Und lebenslustig. Jedenfalls gar nicht verboten. Bleibt zu wünschen, dass bis zur EM 2008 in Zürich keinem lustfeindlichen Schweizer Politiker einfällt, ein Fanmeilen-Verbot zu propagieren.

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